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Baustile.

Eine Übersicht der verschiedenen Baustile der Moderne.

Backsteinexpressionismus

Der Backsteinexpressionismus ist geprägt von einer ornamentalen Formensprache mit rauen, kantigen und oft spitzen Elementen. Auch die horizontale Fassadengliederung durch abwechselnd vor- und zurückgesetzte Backsteinreihen sind typisch. Diese Stilelemente sollen die Dynamik der jungen Weimarer Republik, aber auch ihre Heftigkeit und ihre Spannungen zum Ausdruck bringen. Der in der Industrieatmosphäre bewährte hartgebrannte Klinker mit seinen Farbabstufungen von rot bis violett wird zum Lieblingsmaterial um Fassaden lebendiger erscheinen zu lassen und zu einer Art Erkennungszeichen des Baustils.

 

Beispiel: St. Kamillus, Dominikus Böhm, 1929

Art Deco

Charakteristische Merkmale des Art Deco in Deutschland sind klare geometrische Formen und scharfe Brüche, weswegen diese lokale Ausprägung früher auch als Zick-Zack-Moderne bezeichnet wurde. Der Formenschatz der Fassaden spiegelt die Faszination des Exotischen in den zwanziger Jahren wider: Viele Elemente sind inspiriert von ägyptischen Grabkammern, zentralamerikanischen Stufenpyramiden oder der japanischen und chinesischen Kunst und Kultur.

 

Beispiel: Webersiedlung, Oberbaurat Leinweber, 1927 – 1929

Neues Bauen

Das Neue Bauen setzt konsequent auf neue Materialien wie Glas, Stahl, Beton und Klinker und neue Bautechniken wie Stahlguss, Eisenskelettbau, große Glasrasterflächen und vorgefertigte Bauelemente. Damit lassen sich vor allem einfache Strukturen realisieren: reduzierte kubische Formen, ineinandergeschobene Raumvolumen, freistehende Wandscheiben und kühne Auskragungen. Die Wohnungsnot und der daraus resultierende Massenwohnungsbau zwingen zur Kargheit der Formensprache, Dekorationen und Ornamente werden dabei als Verschwendung angesehen. Als Reaktion auf die rein dekorative Formensprache des Historismus soll sich die Gestaltung von der architektonischen Funktion ableiten.

 

Beispiel: Mädchenwohnheim, Bruno Kleinpoppen, 1931 – 1933